Heilpflanze des Jahres

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Gemeine Nachtkerze (Oenothera biennis)

Am Tag wird sie oft nicht wahrgenommen: In ihrem ersten Jahr bildet sie nur eine eng am Boden anliegende Rosette aus länglich-eiförmigen Blättern von dunkelgrüner, teilweise rötlich angelaufener Farbe. Im zweiten Jahr fällt die krautige Pflanze auch kaum ins Auge. Wer allerdings der Nachtkerze einmal in den frühen Abendstunden beim Aufblühen zugesehen hat, ist fasziniert. Innerhalb von Sekunden bricht die Knospe auf und die vier hellgelben Kronblätter entfalten sich. Bis zum vollständigen Erblühen der einzelnen Blüte vergehen nur wenige Minuten. Dieses Naturschauspiel ist in Mitteleuropa einzigartig1.

Der NHV Theophrastus zeichnet Oenothera biennis – die Gemeine Nachtkerze – als die Heilpflanze des Jahres 2026 aus. Diese „schöne und familienfreundliche, weil in ihrer Gesamtheit essbare Pflanze“, wie es aus der verantwortlichen Jury heißt, soll damit besonders in Hinblick auf ihr Gesundheits- und Heilpotenzial stärkere Beachtung finden.

Ihre eigentliche Heimat sind die nordwestlichen Gebiete Nordamerikas2. Die ersten Bewohner dieser Gegenden nutzten sie auf vielfältige Weise als Nahrungs- aber auch Arzneimittel. Nachweislich im 17. Jahrhundert wird die Gemeine Nachtkerze in Deutschland kultiviert3. Schätzte man sie zu Anfang als Zierpflanze, erkannte man später ihren Nutzen als Nahrungsmittel. Die Blüten sind eine angenehm süße Dekoration von Desserts und Salaten. Die jungen Blätter schmecken gedünstet oder als Blattgemüse in Suppen4, die Samen verfeinern Müslis, Salate und Brote1. In weiten Teilen wurde die Nachtkerze Schinkenwurz genannt, weil ihre Pfahlwurzel farblich an diesen erinnert und sie als kräftigende, nahrhafte Speise hochgelobt wurde.

In den 1980er Jahren entdeckten Wissenschaftler der Universität Würzburg5, dass das aus den Samen der Nachtkerze gewonnene Öl die für uns lebenswichtige und bei Pflanzen selten vorkommende γ-Linolensäure in beachtlicher Menge enthält. Gemeinsam mit der ebenfalls enthaltenen essentiellen Linolsäure bietet Nachtkerzenöl somit eine ungewöhnliche Komposition mehrfach ungesättigter Fettsäuren. Bekannt als Omega-Fettsäuren sind sie aufgrund ihres chemischen Aufbaus besonders reaktionsfreudig am Stoffwechsel beteiligt6. Ein achtsamer Einsatz ist angeraten: Bekannte Nebenwirkungen bei der Anwendung von Nachtkerzenöl sind gelegentliche Magenverstimmungen und selten allergische Reaktionen7.

Die Funktion und Regeneration unserer Haut profitiert in besonderem Maß von der γ-Linolensäure, sodass eine Kombination aus innerlicher und äußerlicher Anwendung sinnvoll erscheint. Das Gehirn benötigt für eine gesunde Entwicklung ebenfalls die genannten Fettsäuren. Konzentrationsschwierigkeiten bei Kindern werden erfolgreich auch mit Nachtkerzenöl behandelt. Aufgrund hormonregulierender Eigenschaften beruhigt Nachtkerzenöl und eignet sich zur Begleitung der Menstruation und Wechseljahre sowie bei Schlafstörungen. Als erforderliche Voraussetzung für die Bildung körpereigener Gewebshormone unterstützt γ-Linolensäure schließlich auch bei der Heilung entzündlicher Prozesse8.

Die Europäische Arzneimittelagentur anerkennt aufgrund langjähriger Erfahrungen, dass Nachtkerzenöl bei juckender, trockener Haut innerlich angewendet hilft. Wissenschaftler kommen diesbezüglich zu widersprüchlichen Ergebnissen9 und die meisten Anwendungen werden allein der Volksmedizin zugeschrieben, weil weiterführende Studien fehlen.

Mit der Wahl zur „Heilpflanze des Jahres“ stellt der NHV Theophrastus zum wiederholten Male eine Pflanze in den Fokus, welche im überlieferten Wissen zu den geschätzten, vielseitig einsetzbaren Vertretern ihrer Art gehört, aktuell aber eher als vergessen beziehungsweise umstritten gilt. „Die Nachtkerze gehört leider noch zu den unterschätzten Drogen.“, begründete daher der Juryvorsitzende, Heilpraktiker Konrad Jungnickel, das Wahlergebnis. Geben wir dieser vielseitigen und bezaubernden Pflanze die Chance: Gehen wir auf Entdeckungsreise zu ihren kulinarischen und pharmazeutischen Seiten.

Quelle: NHV Theophrastus www.nhv-theophrastus.de

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